11 unglaubliche Fakten über den Regenwald

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Bild: imago images / Cavan Images

In Amazonien befindet sich das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet der Welt. Hier findet man eine überwältigende Artenvielfalt. Die immerfeuchte Region wird auch als „Kronjuwelen der Natur“ bezeichnet. Indigene Völker, 40.000 Pflanzengattungen, 427 verschiedene Säugetierarten und 3.000 Fischarten leben hier.

Dieses Gebiet ist jedoch in Gefahr! Der Regenwald droht zu sterben! Eine erschreckende Tatsache, da diese riesige Waldfläche auch als „grüne Lunge der Erde“ gilt und ein Fünftel alles Sauerstoffs produziert. Große Mengen CO2 werden hier absorbiert. Der Regenwald hat eine immense Auswirkung auf unser Weltklima. Doch es gibt noch mehr zu wissen über das einzigartige Amazonasgebiet. Erforschen Sie mit uns die Geheimnisse dieses Wunderwerkes der Schöpfung.

1. Das Schichtenmodell

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Bild: imago images / Cavan Images

Das Herz des Amazonasgebietes bilden der Regenwald und seine Bäume. Es gibt tausende Baumarten die zum Teil 100 Meter hoch sind. Von oben nach unten bilden diese Bäume Schichten für die darin oder darauf hausenden Lebewesen. Jede Schicht ähnelt einem neuen Stockwerk mit anderen Lebensbedingungen. So findet man in jeder Etage andere Lebewesen vor.

Diese erklärende Theorie begründete der Tropenforscher Paul W. Richards. Er nannte die 5 Schichten: Übersteher, Baumkronen, mittlere Schicht, Strauchschicht und Urwaldboden. Doch das Regenwaldsystem ist so komplex, dass die meisten Wissenschaftler diese einfache Einteilung missbilligen. Dennoch bietet dieses Erklärungssystem interessante Einblicke. Versuchen wir unter Punkt 2 einen genaueren Blick auf die Baumkronen-Schicht zu bekommen.

2. Die Baumkronen

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Bild: imago images / Nature Picture Library

Das Kronendach wird auch Baldachin genannt. Man kann sich diesen Bereich des Regenwaldes vorstellen, wie das obere Stockwerk eines Hauses. In 20 bis 40 Meter Höhe ist es hell und warm. Die Sonne erhitzt diese Schicht nicht selten auf 30 bis 35 Grad. Hier wachsen sogenannte Aufsitzerpflanzen wie Orchideen, Farne, Flechten und Moose.

Für viele Tierarten bietet der Baldachin ideale Lebensbedingungen. Vögel, Faultiere, Fledermäuse, Affen und Schlangen fühlen sich hier zu Hause. In der Kronen-Schicht leben die meisten Tiere des Regenwaldes. Für Menschen ist dieser Bereich des Regenwaldes schwer zugänglich und birgt daher noch viele unerforschte Geheimnisse. Doch wie sieht es in den Schichten weiter unten aus? Werfen Sie mit uns einen Blick dorthin.

3. Mittlere Schicht, Strauchschicht und Boden

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Bild: imago images / Nature Picture Library

In der mittleren Schicht verändern sich die Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere. Deutlich weniger Sonnenlicht findet seinen Weg in dieses Stockwerk und daher ist es nicht mehr ganz so warm. Hier fühlen sich Raubkatzen zu Hause. In der Strauchschicht wird es noch einmal deutlich dunkler und kühler. Schlangen und Nager fühlen sich hier wohl.

Auf den Boden fällt schließlich nur noch wenig Licht. Insekten und Käfer tummeln sich hier. Sie zersetzten die herabgefallenen Blätter. Durch das tropische Klima funktioniert der Nährstoffkreislauf schneller und besser, als in anderen Klimazonen und trägt so zur Artenvielfalt in diesem einzigartigen Naturparadies bei. Lesen Sie unter Punkt 4 über den Fluss, der dieses Gebiet durchquert.

4. Der Amazonas

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Bild: imago images / photothek

Der Amazonas ist mit 6788 Kilometern Strecke die er zurücklegt der längste Strom der Welt. Während der Regenzeit steigt das Ufer an und dringt in Teile des Regenwaldes ein. Der riesige Strom wird zusätzlich von den Gezeiten des Meeres und dem Mond beeinflusst.

Bei Voll- und bei Neumond bildet sich eine Wasserwelle, die über den Fluss rollt. Die Welle entsteht an der Einmündung zum Meer und schiebt sich mit einem donnernden Geräusch den Amazonas hoch. In der Sprache der Ureinwohner wird dieses PhänomenPororocá“ genannt, das heisst „donnerndes Wasser„. Amazonien und der Regenwald besteht hauptsächlich aus wilder Natur. Wussten Sie bereits, dass hier Erdzeichnungen gefunden wurden?

5. Geoglyphen

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Bild: imago images / Kyodo News

Im Amazonas Regenwaldgebiet wurden mehrere hunderte Geoglyphen entdeckt. Das sind Erdbilder, die aus Wällen, Kreisen und Quadraten bestehen. Es wird vermutet, dass diese Erdmuster vor über 3.500 Jahren entstanden sind. Wer sie errichtet hat und warum, ist völlig unklar. Auch Wissenschaftler können hier nur spekulieren und denken in erster Linie an religiöse oder rituelle Motive.

Einige der Erdformationen umfassen mehrere hundert Quadratmeter. Forscher entschlüsselten inzwischen, dass die Geoglyphen durch Brandrodung im Regenwald errichtet wurden. Doch selbst wenn frühere Völker Symbole in das Regenwaldgebiet schlugen, haben sie der Natur nicht soviel Gewalt angetan wie es heute geschieht. Gemeinsam mit dem Regenwald werden viele Lebensformen zerstört. Unter Punkt 6 erfahren Sie mehr über die Artenvielfalt in Amazonien.

6. Artenvielfalt

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Nirgendwo auf der Welt gibt es eine derart große Artenvielfalt, wie im Regenwald im Amazonasgebiet. Jeden dritten Tag wird dort eine neue Spezies entdeckt. Unvorstellbare 12.000 verschiedene Bäume zählten Forscher. Auf einem einzelnen Baum, den Wissenschaftler untersucht haben wurden 1.100 unterschiedliche Käfer und Insekten gefunden.

Umweltschützer beklagen, dass diese Artenvielfalt nun vernichtet wird, bevor man sie vollständig entdeckt hat. Die Abholzung des Regenwaldes zerstört den Lebensraum von unzähligen Pflanzen und Tieren. Innerhalb von 10 Jahren wurden folgende unbekannte Lebewesen im Regenwald entdeckt: 257 Fische, 637 Pflanzen, 55 Reptilien, 216 Amphibien, 55 Reptilien, 39 Säugetiere und 16 Vögel und 39 Säugetiere. Ein Tier, das längst bekannt ist, aber die Menschheit immer wieder in Erstaunen versetzt stellen wir unter Punkt 7 vor.

7. Die grüne Anakonda

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Eines der gefährlichsten Tiere, auf das Sie im Regenwald Amazoniens treffen können ist die grüne Anakonda. Die Schlange die zur Gattung der Boas gehört wird bis zu 10 Meter lang. Die meiste Zeit lauert das Tier gut versteckt auf Beute. Mit seiner Zunge kann die Anakonda die Anwesenheit eines Opfers riechen. Schlagartig stößt sie dann hervor und hält die Beute mit den Zähnen fest.

Anschließend umwickelt die Schlange das Opfer und erdrosselt es auf diese Weise. Im Wasser können sich die gefährlichen Tiere besonders schnell fortbewegen. Anakondas gehören mit zu den furchteinflößendsten Tieren am Amazonas. Ein Kaiman zum Beispiel wird von diesen Schlangen in einem Stück verschlungen. Natürlich spinnen sich um ein solch abenteuerliches Gebiet auch viele Mythen …

8. Die verlorene Stadt „Z“

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Bild: imago images / blickwinkel

Percy Fawcett (1867 – 1925) war ein britischer Geograph und Entdecker. Fawcett machte sich mit seinem Sohn und einem 17- köpfigen Team auf die Suche nach der verlorenen Stadt „Z“. Der Forscher hatte bereits jahrelang im Regenwaldgebiet gelebt. Dort hatte er sich von der Natur ernährt und blieb ohne jeden Kontakt zur Zivilisation. Percy Fawcett kannte Amazonien also und er galt nicht als Spinner.

Fawcett war sich sicher, dass es tief im Dschungel verborgen eine existierende komplexe Zivilisation gibt. Der Forscher und sein Team kehrten von dieser Expedition jedoch niemals zurück. Was war geschehen? Das letzte Lager des Forschungsteams wurde Jahre später gefunden, doch von Fawcett und seinen Männern gab es keine Spur. Haben Indianer sie getötet? Niemand hat es je herausgefunden? Unter Punkt 9 erfahren Sie mehr über die Ureinwohner Amazoniens.

9. Volksgruppen im Amazonas

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Bild: imago images / VWPics

Im Amazonasgebiet leben etwa 1 Millionen Menschen. Es gibt ca. 305 indigene Stämme. Das Volk der „Guarani“ bildet mit 51.000 Stammesmitgliedern die größte Gruppe. Zwar haben die meisten Stämme durchaus Kontakt zur sogenannten 1. Welt, doch sie verteidigen weiterhin ihre Bräuche, Traditionen und Lebensweise. Ein weiterer großer Stamm sind die „Tikuna“ mit 40.000 Menschen.

Die meisten Volksgruppen die im Amazonas Gebiet leben, bestehen jedoch aus weniger als 1.000 Personen. In dem riesigen Gebiet rund um den Amazonas gibt es jedoch auch rund 80 sogenannte „unkontaktierte Stämme„. Diese Völker meiden jeden Kontakt zur Außenwelt. Der Existenz der indigenen Völker ist es zu verdanken, dass der Regenwald noch nicht weiter zerstört ist. Wir Menschen brauchen den Regenwald nicht nur für das Klima und die Artenvielfalt, sondern auch …

10. Medizin

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Bild: imago images / blickwinkel

…. für die Medizin. Die Welt-Gesundheitsorganisation (Who) teilte mit, das 25 % unserer Arzneien auf pflanzlicher Basis aufgebaut sind. Wie hoch dabei der Anteil an Pflanzen aus dem Regenwald ist, wurde noch nicht erfasst. Gemeinhin wird der Urwald jedoch als „Apotheke der Natur“ bezeichnet. Das „National Cancer Institut“ in den USA hat 60.000 Pflanzenteile aus Amazonien gesammelt und untersucht.

Die Forscher sind fündig geworden und haben einige entzündungshemmende Wirkstoffe gefunden. Man darf die Hoffnung nicht aufgeben, auch ein Mittel gegen Krebs zu finden. Es wird weiter geforscht und wer weiß, vielleicht hält die Wunderapotheke der Natur ein Mittel gegen diese schlimme Zivilisationskrankheit bereit. Punkt 11 erklärt, weshalb dieses Vorhaben in Gefahr ist.

11. Zerstörung des Regenwaldes

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Bild: imago images / Christian Schroedter

Jedes Jahr werden große Gebiete des Regenwaldes gerodet und niedergebrannt. Vorrangig werden diese Regionen dann in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt. Doch auch nach Bodenschätzen wird gesucht. Nicht nur zum Anbau, sondern ebenso für Gold und Erz wird die Natur zerstört. Inzwischen hat die Welt schon die Hälfte der Regenwaldgebiete eingebüßt.

Die Zerstörung der „größten Klimaanlage der Erde“ wie man den Regenwald auch nennt, hat verheerende Folgen für uns alle. Wir alle können etwas für den Regenwald tun, indem wir unser Konsumverhalten kritisch überdenken. Palmöl, Zellstoff, Tropenholz, Kakao, achten Sie darauf, was in fertigen Produkten enthalten ist und meiden Sie diese. Amazonien, der Regenwald und unsere Erde sind es Wert geschützt zu werden.