Isolation: Das waren die 15 härtesten Gefängnisse der Welt

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Weggesperrt: Egal ob in einer Isolationshaft oder in einer überfüllten Zelle mit zahlreichen Mithäftlingen. Das Leben im Gefängnis kann grausam sein. Doch nicht jedes Gefangenenlager ist gleich. Sie werden vermutlich kaum ein Hotel buchen, welches von anderen Gäste negativ bewertet wurde. Sei es Schimmel an den Wänden oder Kakerlaken im Badezimmer — das sind womöglich alles No-Gos für Sie. Doch was Sie in diesen Gefängnissen erwartet, ist schlimmer als jeder Alptraum. Die Häftlige müssen unter unmenschlichen Bedingungen leben. 

Ihr Alltag ist von Hunger, Gewalt und Folter geprägt. Einige von ihnen werden sogar unschuldig festgehalten! Wir zeigen Ihnen unter den folgenden 15 Punkten die schrecklichsten Gefängnisse der Welt. Der vierte Punkt wird Sie besonders schockieren — auch in Europa befindet sich eines der grausamsten Gefangenenlager der Welt!

1. La Sabaneta, Venezuela

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Mehrere Jahre versuchten Menschenrechtsorganisationen gegen die widerrechtliche Zustände in den Gefängnissen von Venezuela vorzugehen. Erst im Jahr 2013 wurde das Nationalgefängnis von Maracaibo La Sabaneta geschlossen. Die Strafanstalt wurde im Jahr 1958 für etwa 700 Häftlinge errichtet. In dem überfüllten Gefängnis waren zuletzt jedoch bis zu 3700 Insassen untergebracht. 

Aufgrund des Platzmangels mussten die Betroffenen in Hängematten schlafen. Sie hatten weder ein eigenes Zimmer, noch ausreichend Nahrung oder Wasser zur Verfügung. Aufgrund von mangelnden Sicherheitskräften war Gewalt an der Tagesordnung. Nach der Schließung soll nun ein Museum an die Opfer der Bandenkriege erinnern. Aufgrund der zahlreichen Todesfälle scheint es, als wäre das Leben auf den Straßen von Venezuela sicherer als in dem Gefängnis.

2. Die Gefängnisse im San Juan de Lurigancho-Distrikt, Peru

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Nur wenige Kilometer liegen die beiden peruanischen Gefängnisse Penal de Lurigancho und Penal Castro Castro voneinander entfernt. Doch eines haben die Strafanstalten mit vielen weiteren in der Hauptstadt Lima gemeinsam: Überfüllung und Korruption. Doch wie es zu diesem besonderen Vorfall im Jahr 2010 kommen konnte, wirft immer noch Fragen auf! 

Eine 22-jährige Peruanerin hat die Strafanstalt nicht mehr lebend verlassen. Während ihres Besuches brachte ein wegen Drogenhandel inhaftierte Niederländer seine Freundin um. Anschließend hat er die Leiche in seiner Zelle eingemauert. Wir wollen gar nicht wissen, was sich in Peru noch alles abgespielt hat. Denn erst drei Monate nach dem Mord wurde die Leiche entdeckt! 

3. Die Häftlinge haben die Kontrolle in den Gefängnissen von Honduras übernommen

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In Honduras haben die Gefängniswärter nichts zu melden… Die viel zu wenigen Sicherheitskräfte können den überbelegten Anstalten nicht gerecht werden. Die Situation in Honduras ist so angespannt, dass der Großteil der Häftlinge immer noch auf einen Prozess wartet.

Die Konsequenz lautet, dass die Gefängnisse in Honduras mittlerweile von den Häftlingen selbst kontrolliert werden. Die Insassen leben dort nicht mehr nach den Gesetzen des Landes, sondern nach den Regeln der Häftlinge. Die Gesetzlosigkeit und Korruption machen die Gefängnisse zu den gefährlichsten der Welt. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Banden. Bei einem Feuer im Comayagua-Gefängnis wurden beispielsweise über 360 Häftlinge getötet.

4. Das spielte sich in Europa ab! La Santé, Paris

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Ein im Jahr 2000 veröffentlichtes Buch über die Haftbedingungen im La Santé schockierte die Öffentlichkeit. Zwischen 1861 und 1867 wurde das Gefängnis in Paris errichtet und ist heute die einzige Strafanstalt der Stadt. Aktuell wird der Komplex für ausschließlich männliche Gefangene aufwendig renoviert. Danach soll es auch keine Gefängnisblöcke mehr geben, die die Häftlinge nach ihrer Herkunft differenzieren.

Die ehemalige Chefärztin von La Santé beschreibt in ihrem Buch Folter, Schlägereien und unbeliebte tierische Mitbewohner in den Zellen. Um das Elend nicht weiter ertragen zu müssen, nahmen sich einige der Insassen das Leben. Andere starben an den Folgen der Haft bzw. an Krankheiten.

5. Angst vor Alcatraz, USA

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Zwischen 1934 und 1963 war Alcatraz sowohl das bekannteste als auch das gefürchtetste Hochsicherheitsgefängnis der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Insel vor der Bucht von San Francisco, Kalifornien diente zunächst als Militärspital, bevor es zu einer Gefängnisinsel umgebaut wurde. Trotz der exklusiven Duschen mit Warmwasser wurden die Haftbedingungen als unmenschlich kritisiert. Durch die erhöhte Wassertemperatur sollte nämlich nur verhindert werden, dass sich die Häftlinge an die Kälte des Meeres gewöhnen können. Dennoch gab es bis zur Schließung einige Fluchtversuche. Im Jahr 1946 gab es zudem eine Geiselnahme. Dabei wurden einige Wärter von den Häftlingen gefangen genommen.

Seit einigen Jahren ist Alcatraz nun für die Öffentlichkeit zugänglich. Hier können Sie eine Reise zurück in die Vergangenheit machen. Sie werden über die kleine Größe der Zellen entsetzt sein. Diese durften von den Häftlingen kaum verlassen werden.

6. Weggesperrt: ADX Florence, Colorado

Bild: Federal Bureau of Prisons [Public domain]

Das Bundesgefängnis in Florence, Colorado hat die höchste Sicherheitsstufe der Vereinigten Staaten von Amerika. Daher trägt die Hochsicherheitsstrafanstalt auch den Zusatz ADX für „administrative maximum facility“. Anders als in den bereits vorgestellten Gefängnissen sind hier wirklich nur ungefähr 400 Insassen inhaftiert. Die Häftlinge tragen eine hohe Sicherheitsstufe, da sie als Terroristen oder Serienmörder zu den berüchtigsten Verbrechern zählen.

Auch wenn das Gefängnis aufgrund der Lage oft als Alcatraz of the Rocky Mountains bezeichnet wird, sehen die Insassen das Bergpanorama nur bei ihrer Ankunft. Später sind die Gefangenen unter stetiger Beobachtung. Die hohen Mauern verwehren unter anderem dem Unabomber Ted Kaczynski oder FBI-Doppelagent Robert Hanssen jeglichen Kontakt zur Außenwelt. Bis heute konnte keiner der Gefangenen aus dem Hochsicherheitstrakt entkommen.

7. Käfige dienten als Zelle: Guantanamo Bay Naval Base, Kuba

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Der US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay Naval Base auf Kuba wurde im Jahr 2002 erweitert. Nach den Anschlägen von 9/11 wurde in Guantanamo ein Gefangenenlager für Beteiligte im Afghanistan-Krieg und Terrorverdächtige eröffnet. Ein Teil von ihnen ist unschuldig, der andere ist rechtskräftig im Stützpunkt. Den Häftlingen wurden jedoch die Rechte eines Kriegsgefangenen verwehrt. Bereits zu diesem Zeitpunkt gab es erste Konflikte mit Menschenrechtsorganisationen. 

Spätestens nach der Veröffentlichung von Fotos, dass die Gefangenen wie Tiere gehalten werden, wurde die Schließung gefordert. Wie in einem Zoo reihten sich die Käfige der Häftlinge aneinander. Aus Platzgründen wurde das ehemalige Camp X-Ray jedoch bereits geschlossen. Heute gliedert sich das Lager in zwei Camps, die unterschiedlich große Zellen bieten.

8. Abgeschottet: Pelican Bay State Prison, Kalifornien

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Der Großteil der etwa 3500 Häftlinge im Pelican Bay State Prison in Kalifornien sind Hochrisiko-Häftlinge. Ein Teil von ihnen ist in den Secure Housing Units — der Isolationsabteilung — untergebracht. Die Häfltlinge dürfen ihre Einzelzellen nur für eine Stunde am Tag unter strengster Beobachtung verlassen. Den Rest des Tages müssen sie in ihren Zellen verbringen. Die Isolationshaft soll vor allem auch gegen die Bandenkriminalität wirken.

Um auf die grausame Situation in dem Gefängnis aufmerksam zu machen, traten in der Vergangenheit zahlreiche Häftlinge in Hungerstreiks. Eigentlich wurde die Strafanstalt im Jahr 1989 für etwa 1000 Insassen weniger errichtet. Das Pelican Bay State Prison ist von Wäldern umgegeben und von der Zivilisation weit entfernt.

9. Tödlich: San Quentin State Prison, Kalifornien

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Das älteste Gefängnis in Kalifornien ist das San Quentin State Prison. Es gilt zugleich als eine der berüchtigsten Anstalten des US-Bundesstaates. Einer der Gründe ist, dass das legendäre Gefängnis dauerhaft überbelegt ist. Zudem haben zahlreiche Häftlinge die Zeit in dem Gefängnis nicht überlebt! Die aktuellsten Todesfälle wurden als Selbstmord deklariert. Doch der Großteil der Opfer sind durch eine viel grausamere Weise ums Leben gekommen! 

Zunächst wurden die Häftlinge erhängt. Später starben hunderte von Menschen in der Gaskammer. Zuletzt wurden die Verurteilten seit 1996 mit einer giftigen Injektion hingerichtet. Trotz Abschaffung der Todesstrafe im Jahr 2006 erinnern heute einige Filme und Dokumentationen an die unwürdigen Haftbedingungen im San Quentin State Prison.

10. Nur noch bis 2026: Rikers Island, New York

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Schon bald hat der Horror ein Ende. Seit Jahren fordern Menschenrechtsorganisationen die Schließung von Rikers Island. Im Jahr 2026 soll die Gefängnisinsel in New York nun geschlossen werden. Seit den 1930er Jahren wurden in dem Komplex im East River mehrere Tausend Häftlinge festgehalten. Darunter zählten auch der ehemalige Rapper Tupac Shakur oder der französische Politiker Dominique Strauss-Kahn.

Die verbliebenen Häftlingen sollen später in vier kleineren Einrichtungen in unterschiedlichen Stadtteilen untergebracht werden. So soll die Anreise für die Angehörigen erleichtert werden. Außerdem soll das Image des Gefangenenlagers wieder verbessert werden. Die Haftbedingungen sollen nicht mehr länger von Gewalttaten oder Misshandlungen im Gefängnis geprägt sein. 

11. Überfüllt: Gitarama, Ruanda

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Der Völkermord von Ruanda vor 25 Jahren war eines der grausamsten Verbrechen in Afrika. Innerhalb weniger Monate wurden in dem afrikanischen Binnenstaat mehr als eine Millionen Menschen ermordet. Trotz des Blutbades zählt Ruanda auch heute noch zu einem der bevökerungsdichtesten Länder der Welt. 

Dennoch ist die Lage in den Gefängnissen bis heute angespannt. In Folge des Völkermords wurden die Strafanstalten im Land überfüllt. Das Gefängnis von Gitarama wurde beispielsweise für etwa 500 Häftlinge konzipiert. Doch nach den Massenmorden stieg die Anzahl auf über 7000 Personen an! Die Situation ist immer noch nicht entspannt. Zahlreiche Häftlinge müssen auf engstem Raum miteinander leben. In einigen Gefängnissen herrschen bis heute unwürdige Lebensbedingungen.

12. Auf engstem Raum: Tadmur, Syrien

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Jahrelang wurden in einem Gefängnis von Syrien Menschen festgehalten und gefoltert. Die Ereignisse in Tadmur bzw. Palmyra waren so grausam, dass sie heute sogar verfilmt wurden! In dem gleichnamigen Film erzählen ehemalige Häftlinge von den schrecklichsten Tagen ihres Lebens. Der Film wurde ein Jahr nach der Sprengung der Strafanstaltung von dem Isamlischen Staat gedreht und in den Kinos ausgestrahlt.

Die Zellen waren so überfüllt, dass sich die Gefangenen kaum bewegen konnten. Die Mahlzeiten mussten sie mit ihren Genossen teilen. Einige von ihnen starben an Hunger oder den Folgen der Peitschenschläge. Jeder der den Regeln widersprach oder gegen sie verstoßen hatte, wurde bestraft und gefoltert. 

13. Bang Kwang, Thailand

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Wer weiß, was heutzutage wirklich hinter den Toren des Hochsicherheitsgefängnis Bang Kwang nördlich der thailändischen Hauptstadt Bangkok vorgeht. Mittlerweile wird behauptet, dass die Vorfälle der Vergangenheit angehören. Berichten zufolge sollen die Lebensbedingungen in den Zellen früher jedenfalls furchtbar gewesen sein. Nur durch die ausländische Unterstützung konnte die Versorgung der Insassen gewährleistet werden. 

Ein Großteil der Häftlinge stammten dabei nicht aus Thailand. So saßen auch einige Deutsche ihre Strafe in dem Hochsicherheitsgefängnis ab. Der Tagesablauf der Insassen wurde durch die zahlreichen Kameras festgehalten. Es gab keine Privatsphäre — wie denn auch? Jeder Häftling teilte sich die winzige Zelle mit zahlreichen weiteren Gleichgesinnten. Einige von ihnen verließen jedoch nicht lebend das Gebäude. Entweder wurden sie hingerichtet oder sind auf unerklärliche Weise gestorben

14. Massaker von Altamira, Brasilien

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Bandenkriege sind in den brasilianischen Gefängnissen keine Neuigkeit mehr. In den vergangenen Jahren verloren immer mehr Strafanstalten die Kontrolle über die Häftlinge. Die Situation des brasilianischen Strafvollzugs ist besorgniserregend. Anstelle von Regelungen und Gesetzen dominieren die inhaftierten Bosse über den Drogenhandel in den Gefängnissen

Dabei kommt es zwischen den Gangs immer wieder zu tödlichen Auseinandersetzungen. Sowohl Anfang als auch Mitte des Jahres 2019 sorgten die Vorkommnisse in den brasilianischen Strafanstalten weltweit für Aufsehehn. Das Massaker von Altamira forderte mehrere Todesopfer. Einige von ihnen sollen auf grausame Weise enthauptet worden sein. Weitere Häftlinge starben bei dem Transport in ein anderes Gefängnis.

15. Brasilien: Casa de Detenção de São Paulo

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Wo einst eines der gefährlichsten Gefängnisse der Welt stand, befindet sich in São Paulo heute eine Freizeiteinrichtung und die Schule Escola Técnica Estadual. Im September 2002 wurde das Gefängnis Casa de Detenção de São Paulo — besser bekannt unter dem Namen Carandiru — für immer geschlossen. Zehn Jahre nach einem Häftlingsaufstand, welcher 111 Gefangenen das Leben kostete.

Das Carandiru-Gefängnis war der Inbegriff für Brutalität und Korruption in einer Haftanstalt. Anstelle der etwa 3000 Haftplätze waren zwischenzeitlich knapp 8000 Insassen inhaftiert. Neben Platzmangel herrschten in dem Gefängnis unwürdige Haftbedingungen. Anstatt die Häftlinge nach einem Aufstand im Jahr 1992 zu beruhigen, wurden 102 von ihnen von der Polizei erschossen. Neben ihnen starben neun Inhaftierte an den Folgen von Stichwunden.